Ideen und Gedanken

Chill mal dein Leben - ein Morgenritual mit Karten von ©karindrawings

Ab morgen mache ich das. Ganz bestimmt. Direkt nach dem Aufstehen joggen gehen … oder meditieren … oder Yoga machen… –  kennen Sie solche guten Vorsätze im Hinblick auf Ihren Start in den Tag? Meine Versuche in Sachen achtsames Morgenritual haben mich jedenfalls bisher nicht zum Ziel geführt. Wieso nicht? Weil sie eine selbst auferlegte Pflicht waren und nichts, was ich gern tue. Mein innerer Schweinehund ist mir inzwischen zu einem guten Verbündeten geworden, der sich zu Wort meldet, wenn ich meine Selbstdisziplin überstrapaziere und Leichtigkeit brauche. An dieser Stelle kommen die Karten von Karin Clauss in Spiel. Sie sind meine aktuelle Lieblingsstrategie für einen achtsamen Start in den Tag, der mir Freude bereitet und leicht ist. Es ist ganz einfach: Eine Karte ziehen, lesen, „einwirken“ lassen und abwarten, was in mir passiert. Meist fange ich an zu lächeln und lasse das Lächeln ein wenig größer werden. Danach nehme ich mir noch ein wenig Zeit, auftauchen zu lassen, was ich an Gedanken und Gefühlen zu der Karte habe, und danach gehe ich in meinen Tag. Damit ist auch mein innerer Schweinehund einverstanden. 🙂
Die Karten gibt es bei © karindrawings. Sie können auch einfach diesem Link folgen: ©karindrawings_shop.

Mein Körper und ich

gechillte Katze

Was für ein Verhältnis habe ich eigentlich zu meinem Körper? Wo befinde ich mich zwischen den beiden Polen „Der Körper ist der Tempel meiner Seele.“ und „Ich kenn dich nicht, aber ich wasch dich trotzdem.“?

Wenn ich ehrlich zu mir bin, passt die Antwort auf diese Frage nicht immer zu meinem Selbstbild. Schließlich ist Selbstfürsorge ein wichtiger Teil der GFK, und ich habe mir auf die Fahnen geschrieben, zu leben, wozu ich andere Menschen als GFK-Trainerin einladen möchte. Ich arbeite mehr als mir gut tut und vernachlässige die Zeiten für Erholung, so viel ist mir klar. Zugleich bin ich neugierig auf das Erforschen dieser Frage und gehe meinen Gedanken nach:

„Tempel der Seele“ – welche Assoziationen werden in mir wach, wenn ich das höre? Zunächst wirkt die Metapher fremd auf mich, sie erzeugt sogar Abwehr, weil ich mich statt an einen buddhistischen Tempel an unzählige Gottesdienste als Konfirmandin erinnere, in denen ich mich während der Predigt gelangweilt habe. Ich versuche es anders: „Ein Tempel ist ein Raum für etwas Heiliges.“, denke ich als nächstes. Was bedeutet „heilig“ für mich? Ich verstehe „heilig“ im Sinne von „heil“, „ganz“ oder „vollständig“. Mit „ganz“ meine ich nicht nur das Gegenteil von „kaputt“, sondern etwas Allumfassendes, eine Art Ganzheit im Sinne von Eingebunden-Sein, Verbunden-Sein mit dem großen Ganzen. Dann ergibt das Bild vom Körper als dem Tempel meiner Seele Sinn für mich. Die Seele verstehe ich als den Teil meines Selbst, der „weiß“, dass eigentlich die Idee des Getrenntseins die Illusion ist, während stattdessen die Verbundenheit das Charakteristische unserer Existenz ist.

Die Seele braucht im Hier und Jetzt einen geschützten Raum, in dem sie sich entfalten kann, einen Körper, mit dem sie verbunden ist. Beiden Anteilen meines Selbst, also meinem Körper und meiner Seele, geht es gut, wenn sie in fließendem Austausch miteinander stehen. Diese Vorstellung lässt mich durchatmen und Weite empfinden. Wie anders ist es im Vergleich dazu doch, wenn meine inneren Dialoge von „Sollen“ bestimmt sind: „Ich sollte früher Feierabend machen, damit ich ausreichend schlafe.“ Da ist keine Freude in Sicht, wenn ich diesem Gedankengang folge, stattdessen ist mir eng zumute.

Was würde mir mein Körper sagen, wenn er mit mir sprechen könnte? Ich habe Lust zuzuhören. „Andrea“, würde er sagen, „Ich bin manchmal verzweifelt, weil ich nicht weiß wie ich mich noch zu Wort melden soll, wenn du nicht auf mich hörst. Wenn ich dir signalisiere, dass ich müde bin und eine Pause brauche, dann meine ich es gut mit dir, denn nur gemeinsam sind wir kraftvoll. Wenn du mir nicht zuhörst, dann bin nicht nur ich im Mangel, sondern auch deine Seele, die dir etwas darüber sagen will, was wirklich wichtig ist im Leben. Das könnte dir helfen, im Alltag andere Entscheidungen zu treffen, so dass du besser für dich sorgst. Mir zuzuhören lohnt sich auch deshalb für dich, weil ich mich nicht nur dann bei dir melde, wenn ich etwas brauche. Ich spreche auch dann zu dir, wenn es mir gut geht, und ich kann dir darüber hinaus viel sagen über dein intuitives Wissen, über deine Gefühle und Bedürfnisse und über deine Lebendigkeit. Ich möchte so gern auf eine Weise von dir genutzt werden, die deine Ganzheit nährt. Wenn du mich auf ein Instrument reduzierst, das dir dazu dient, Pläne durchzusetzen, die ausschließlich dein denkender Verstand gemacht hat, dann verhärte ich mich, und es geht so viel von meinem Wissen verloren. Ich habe große Sehnsucht danach, von dir gehört zu werden, damit ich die Fülle meiner Möglichkeiten an dich verschenken kann:

  • Ich mache es dir überhaupt erst möglich, am Leben teilzuhaben und die Welt zu begreifen.
  • Ich bin das Sprachrohr deiner Gefühle und Bedürfnisse.
  • Ich zeige dir, wie es deiner Seele geht.
  • Ich gebe dir die Möglichkeit, ins Hier und Jetzt zurückzukehren, wenn dein Gedankenkarussell dich in Ängste zieht.
  • Ich bin wie ein Resonanzkörper für die Kraft deiner Gedanken. Ich mag es, wenn dein Verstand Bedingungen schafft, unter denen es mir gut geht. Doch manchmal produziert dein Denken Vorstellungen vom Leben, die dir nicht gut tun. Meine Resonanz sagt dir, ob dir taugt, was dann denkender Anteil dir erzählt.

Ich möchte mit dir verbunden sein, mit deiner Seele und mit deinem Verstand, und ich möchte dir helfen, in mir Geborgenheit und Entspannung zu finden. Ich ermögliche es dir, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen und Gemeinsamkeit, Spaß, Freude und Zuneigung zu erleben.“

„Whow!“ denke ich, „Was für eine Fülle an guten Botschaften.“ Auf einmal fühlt sich die Vorstellung, heute Abend die Arbeit liegen zu lassen, um zu der mit mir selbst vereinbarten Zeit Feierabend zu machen, ganz leicht und verheißungsvoll an …