Stressbewältigung mit Hilfe von ROMPC®

Wenn Reden allein nicht reicht...

Kennen Sie das: Sie haben schon oft über ein Problem gesprochen, Sie sind sich der Zusammenhänge bewusst, und doch kommen Sie nicht von der Stelle. Immer wieder geraten Sie in die gleichen Stress-Schleifen und Sie denken entnervt „Da war ich doch schon!“? Sie können die Auswirkungen des Stresses auf den verschiedenen Ebenen spüren, in Ihrem Körper, Ihren Gefühlen, Ihren Gedanken oder auch in Ihrem Verhalten, doch es fehlt Ihnen ein Zugang, der es Ihnen ermöglicht, aus diesen Reaktionsmustern auszusteigen?
ROMPC® ist ein beziehungsorientiertes Verfahren, das Ihnen helfen kann, solche Stress-Blockaden zu lösen. Wenn die automatisierte Stressreaktion unterbrochen wird, dann entstehen neue Sichtweisen auf das Problem und Sie erhalten Zugriff auf die Fülle Ihrer Ressourcen. Sie können neue Handlungsoptionen entwickeln, und ihr Denken, Fühlen und Körperempfinden kann sich so regulieren, dass es der Situation angemessener ist. Weitere Informationen über den Ansatz finden Sie nachfolgend und auch unter https://www.rompc.de.

ROMPC® ausführlicher

Die Bezeichung ROMPC® setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:
R = relationship
O = oriented
M = meridianbased
P = psychotherapie
C = counceling and coaching
Das lässt sich sinngemäß übersetzen als: „beziehungsorientierter meridianbasierter Ansatz für Psychotherapie, Beratung und Coaching“.
Der Name beschreibt wesentliche Wirkfaktoren im ROMPC®, nämlich das Ermöglichen heilsamer Beziehungserfahrungen (Beziehungsorientierung) und das Lösen von Stressblockaden im limbischen Teil unseres Gehirns durch rhythmisches Klopfen von bestimmten Bereichen auf den Meridianbahnen. Unter anderem durch den Blick auf das Beziehungsgeschehen unterscheidet sich ROMPC® von anderen Klopftechniken zur Stressreduktion. Seelischer Schmerz ist oft in Beziehung entstanden und lässt sich deshalb in Beziehung zu einem anderen Menschen leichter lösen. Wenn dies gelingt, sinkt der innere Stress der Person. Diesen Umstand nutzt ROMPC® für die Unterstützung der KlientInnen bei der Bewältigung emotionaler Herausforderungen.

Es gibt unterschiedliche Hypothesen darüber, auf welche Weise ROMPC® wirkt. Aktuelle neurobiologische Erkenntnisse legen die Annahme nahe, dass die Kombination aus rhythmischem Klopfen und der Erfüllung von Beziehungsbedürfnissen in der aktuellen Beratungs- oder Coaching-Situation die Ausschüttung von Oxytocin anstößt. Dadurch sinkt das Stresslevel der Person und sie beginnt sich zu entspannen und Abstand zu der belastenden Situation zu gewinnen. Um eine nachhaltige Verbesserung zu bewirken, werden im Anschluss daran Verhaltensalternativen für den Umgang mit der stressauslösenden Situation bzw. mit ähnlichen in der Zukunft liegenden Situationen entwickelt.

Das Ziel einer ROMPC®-Sitzung besteht also nicht darin, unangenehme Gefühle „wegzuklopfen“, sondern darin, Blockaden zu lösen, damit Reiz-Reaktionsmuster unterbrochen werden und Wahlfreiheit entsteht.

Stress wird als Erfahrung im limbischen System hinterlegt, einem entwicklungsgeschichtlich sehr alten Teil unseres Gehirns. In Untersuchungen mit Hilfe von bildgebenden Verfahren konnte nachgewiesen werden, dass die Techniken des ROMPC® genau dort Effekte zeigen und deshalb so wirksam sind. Das Lösen der Stressblockaden erfolgt nach dem Wirkprinzip „Anschalten und Stören“. Indem die Person an ihr Stressthema denkt und ihrem Körper durch das rhythmische Klopfen gleichzeitig die Information eines Energie-Ausgleichs gegeben wird, wird das Stressmuster gestört. Diese Unterbrechung bewirkt, das sich ihr System neu organisieren kann. Im Optimalfall kann die Person danach an das Thema denken, ohne dass die Stressreaktion ausgelöst wird. Das schafft Raum für einen anderen Umgang mit der ursprünglich stressauslösenden Situation.

ROMPC®-Übungen und Rituale können in begrenztem Umfang auch zur Selbstbehandlung bei aktuellem Stress genutzt werden.

Vertiefende Erklärungen: Menschenbild und Beziehungsverständnis im ROMPC®

ROMPC® sieht den Menschen als ein von Anfang an auf Dialog ausgelegtes soziales Wesen. Menschen brauchen einander, In-Beziehung-Sein ist wesentliche Voraussetzung für seelische Stabilität, Wohlbefinden und Gesundheit. Daraus folgt, dass wir nicht dann autonom sind, wenn wir glauben, keinen anderen Menschen mehr zu brauchen, sondern dann, wenn wir anerkennen, dass wir darauf angewiesen sind, „in wechselseitiger Anteilgabe und Anteilnahme“ (Thomas Weil) Beziehung zu leben. Für die Befriedigung unserer Beziehungsbedürfnisse brauchen wir ein Du, von dem wir uns in bewusster Wahl freiwillig abhängig machen – abhängig in dem Sinne, dass wir eine Bindung eingehen und uns wechselseitig von unseren  Gefühlen, Wünschen und Bedürfnissen betreffen lassen.

Das Beziehungsverständnis im ROMPC® orientiert sich an den acht Beziehungsbedürfnissen nach Richard Erskine und Rebecca Trautman. Diese Bedürfnisse können nur in der Beziehung zu anderen Menschen befriedigt werden. Wenn diese Bedürfnisse grundsätzlich erfüllt sind, fühlen wir uns mit anderen Menschen verbunden und unser innerer Stress sinkt, so dass wir Anforderungen im Außen besser bewältigen können. Die Weise, in der sich in unserer Kindheit unsere nahen Bezugspersonen zu uns in Beziehung gesetzt und unsere Beziehungsbedürfnisse befriedigt haben, hat großen Einfluss darauf, wie wir als Erwachsene inneren und äußeren Stress verarbeiten. Glücklicherweise ist es uns aufgrund der großen Entwicklungs- und Anpassungsfähigkeit unseres Gehirns möglich, einen diesbezüglich erlebten Mangel durch nachträglich erlebte heilsame Beziehungserfahrungen auszugleichen und auf diese Weise von alten Verletzungen zu heilen.

Weitere Informationen zu den Beziehungsbedürfnissen sowie Grundsätzliches zum Thema Stress finden Sie in den nachfolgenden Pulldown-Menüs.

Nachfolgend werden die acht Beziehungsbedürfnisse im ROMPC® beschrieben und jeweils um Beziehungsbotschaften ergänzt, die dazu geeignet sind, das jeweilige Bedürfnis zu nähren. Diese Botschaften sind in kindgerechter Sprache gehalten, um deutlich zu machen, welche Art von Zusagen und Erlaubnissen Kinder in ihrer Entwicklung fördern. Die Beachtung und Wertschätzung der Beziehungsbedürfnisse gibt Kindern eine sichere Basis und trägt dazu bei, dass sie mit Herausforderungen umzugehen lernen und Resilienz entwickeln.

Hinweis: Andrea Raith und Bärbel Klein haben ein Kartenset mit vielen solcher Beziehungsbotschaften entwickelt, das unter dem Namen „Gute Botschaften“ zu beziehen ist unter https://andrearaith.de/aktuelles.

  • Das Bedürfnis nach Sicherheit
    → Wir brauchen Menschen, die uns in Schutz nehmen vor unseren eigenen Ängsten oder die im Außen für unsere Sicherheit sorgen.
    Beispiele: Jemand macht uns Mut mit der Aussage „Alles wird gut.“  Die Gruppenleitung sorgt für klare Regeln im Umgang miteinander.
    Passende Beziehungsbotschaften: Du bist bei mir in Sicherheit, ich bin bei dir. / Ich bin für dich da. / Ich sorge dafür, dass wir hier gut miteinander umgehen.
  • Das Bedürfnis nach Bestätigung der eigenen Erfahrung
    → Wir brauchen Menschen, die einfühlsam mit uns umgehen, die uns in unseren Gefühlen und Bedürfnissen spiegeln und die uns glauben. Es geht um einen guten Kontakt, um eine Beziehung, in der wir uns verstanden fühlen.
    Passende Beziehungsbotschaften: Du bist richtig mit dem, was du empfindest. / Ich glaube dir, dass du das so erlebst.
  • Das Bedürfnis nach Vergewisserung
    → Wir brauchen Menschen, die Geduld mit uns haben, wenn wir zweifeln oder verzweifeln. Es geht um kontinuierliches Feedback vom anderen, darum, dass der Kontakt Bestand hat. Dieses Beziehungsbedürfnis nähren wir oft auch ohne Worte durch kleine Gesten der Zuneigung und Zuwendung.
    Passende Beziehungsbotschaft: Du darfst mich immer wieder fragen, ich bleibe bei dir.
  • Das Bedürfnis nach Grenzen
    und Schutz vor den eigenen Übertreibungen
    → Wir brauchen Menschen, die uns stoppen, wenn wir uns überfordern oder uns destruktiv verhalten.
    Passende Beziehungsbotschaften: Du bist mir so wichtig, dass ich auch Nein sage.
  • Das Bedürfnis nach Einmaligkeit der eigenen Person
    → Wir brauchen Menschen, die es begrüßen, dass wir eigene Vorlieben haben und die Dinge auf unsere eigene Art und Weise tun. Wir brauchen Menschen, die uns in unserer Einmaligkeit wahrnehmen, lieben und wertschätzen.
    Passende Beziehungsbotschaften: Du bist einmalig und unverwechselbar, und das ist gut so. / Du darfst etwas ausprobieren und  deine eigenen Erfahrungen machen.
  • Das Bedürfnis nach Einfluss und Selbstwirksamkeit
    → Es ist wichtig für uns, dass das, was wir sagen und tun, etwas bewirkt. Dazu brauchen wir Menschen, für die unsere Wünsche und Bedürfnisse zählen, auch wenn sie nicht immer erfüllt werden. Wir brauchen es, dass sich unser Gegenüber von uns betreffen lässt.
    Passende Beziehungsbotschaften: Deine Wünsche und Bedürfnisse sind mir wichtig. / Du darfst Einfluss nehmen und dich für dich selbst einsetzen.
  • Das Bedürfnis nach Initiierung durch andere
    → Wir brauchen Menschen, die uns ab und zu mit Gesten des Wohlwollens überraschen. Wir brauchen es, dass andere Menschen auf uns zukommen und dass wir nicht immer selbst den ersten Schritt zu machen brauchen.
    Passende Beziehungsbotschaft: Ich tue gern etwas für dich.
  • Das Bedürfnis etwas zu geben
    → Menschen sind mit einem natürlichen Bedürfnis ausgestattet, zum Wohlbefinden anderer beizutragen. Dieses Bedürfnis erfüllt sich, wenn wir Menschen um uns haben, die die Liebe unseres Herzens dankbar annehmen.
    Passende Beziehungsbotschaft: Ich nehme gern an, was du für mich tust.
  • Eine Leben ohne Stress? – Alles eine Frage der Dosis!
    Die Vorstellung, allen Stress ein- für allemal los zu sein, klingt vielleicht auf den ersten Blick verlockend. Doch ohne ein gewisses Maß an Stress wären wir nicht leistungsfähig. Stress befähigt uns, die Herausforderungen des Lebens erfolgreich zu bewältigen. Biochemische Prozesse in unserem Körper stellen uns ein Höchstmaß an Energie und Reaktionsbereitschaft zur Verfügung, die wir benötigen, um uns auf die aktuelle Situation einzustellen. Erst wenn diese Stressreaktion zu lange andauert oder der Stress übermächtig und damit unkontrollierbar wird, haben unser Körper und unsere Psyche nicht genügend Zeit zur Regeneration. Dann gelingt es uns nicht mehr, abzuschalten und tief zu entspannen. Diese Art von Stress ist auf Dauer schädlich.
  • Innerer und äußerer Stress
    Häufig sind es gar nicht so sehr die Stressoren im Außen, die uns besonders zusetzen, sondern unsere Art, diesen Stress innerlich zu verarbeiten. Diese Muster, mit denen wir heute auf den Stress reagieren, waren zu einem früheren Zeitpunkt dienlich, haben uns möglicherweise vor weiteren seelischen Verletzungen geschützt oder die Zugehörigkeit zu unserem nahen sozialen Umfeld gesichert. Heute sind sie jedoch dysfunktional und verstärken den Stress. Ca. 30% unseres Stresses sind auf äußere Ursachen zurückzuführen, während 70% „hausgemacht“ sind und durch unsere persönlichen Stressbewältigungsmuster befeuert werden.
  • Schonhaltungen
    Die oben angesprochenen Muster, die ursprünglich dazu dienen sollten, inneren Stress zu bewältigen, können als Versuch verstanden werden, uns selbst zu schonen. Dies ist vergleichbar mit der Selbstregulation des Körpers bei einem physischen Trauma: Durch das Signalisieren von Schmerz versucht er dafür zu sorgen, dass der verletzte Teil ruhig gestellt wird, damit er besser heilen kann. Danach benötigt der Körper aber eine Reaktivierung des betroffenen Bereichs, ein Üben der Bewegungsabläufe, sonst verliert er einen Teil seiner Geschmeidigkeit. Vereinfacht gesagt sind die Schonhaltungen aus dem Versuch heraus entstanden, verletzten seelischen Anteilen Ruhe zu gönnen. Wird die Verletzung jedoch nicht aufgearbeitet, verlieren wir einen Teil unserer psychischen Anpassungsfähigkeit und damit unserer Möglichkeiten, unseren Stress zu regulieren.
    Zu solchen „Schonhaltungen“ gehören:
    Einschränkende Grundüberzeugungen (Glaubenssätze wie „Ich genüge nicht.“, „Ich bin es nicht wert, dazu zu gehören.“, „Ich kann mich der Welt nicht zumuten.“ Indem wir uns selbst suggerieren, dass wir uns damit abfinden sollten, versuchen wir, uns zukünftig vor den in der Vergangenheit erlittenen Verletzungen zu schützen);
    „Gruselfantasien“ (Erskine / Zalcman), in denen wir das Schlimmste gedanklich vorwegnehmen, um die Erfahrung des Ausgeliefertseins und der Hilflosigkeit zu vermeiden- der Gedanke, dass wir es vorher gewusst haben, lässt uns eine Art „Ersatzkontrolle“  erleben. Wer es vorher gewusst hat, wird wenigstens nicht überrascht!
    Unerreichbare Selbstansprüche mit denen wir die Illusion nähren, wenn wir uns nur genügend anstrengten, würden wie endlich erleben, wonach wir uns so sehr sehnen: Zugehörigkeit, Wertschätzung, Sicherheit, was auch immer es sei. Auch hier geht es um die Vermeidung von Gefühlen der Ohnmacht und des Ausgeliefertsein. Indem wir uns vorstellen, wir könnten durch unserer Bemühungen die Situation kontrollieren, versuchen wir, selbstwirksam zu bleiben.
    Einschränkende Grundüberzeugungen gehen zu Lasten unserer Lebensfreude, unserer Vitalität und unserer Fähigkeit, uns Ziele zu stecken und sie zu erreichen. Gruselfanatsien lassen uns ängstlich werden, und ständige Selbstüberforderung birgt die Gefahr tiefer Erschöpfung. Im Schutzraum, den eine sichere Beziehung bietet, ist es möglich, den eigenen Schonhaltungen auf den Grund zu gehen und sie allmählich aufzulösen.
  • Selbst-Test: Innerer Stress
    Möchten Sie sich mit ihren eigenen Schonhaltungen beschäftigen? Folgende Fragen bieten Ihnen erste Anhaltspunkte:
    Einschränkende Grundüberzeugungen
    Wenn Ihnen eine Aufgabe misslungen ist oder Sie befürchten, einer Herausforderung nicht gerecht werden zu können, was denken Sie über sich selbst bzw. was sagen Sie zu sich selbst:
    – Ich bin …
    – Ich bin …
    Was denken Sie in solchen Situationen über andere:
    – Andere sind …
    – Andere sind …
    Was denken Sie in solchen Situationen über das Leben bzw. die Welt:
    – Das Leben ist …
    – Die Welt ist …
    Unrealistische Selbstansprüche
    Mit welchen Ansprüchen eskalieren Sie Ihren inneren Stress?
    Ich bin nur o.k., wenn …
    – ich perfekt bin und alles hundertprozentig mache
    – ich schnell bin und mir keine Pause gönne
    – ich stark bin und keine Schwäche zeige
    – ich hart arbeite und es mir niemals zu leicht mache
    – ich es allen recht mache
    Gruselfantasien
    Mit welchen Gruselfantasien haben Sie innerlich immer wieder zu kämpfen?
    Wenn ich meinen inneren Ansprüchen nicht genüge, dann befürchte ich, …
    – dass Folgendes passieren wird: …
    – dass die anderen so reagieren werden: …
    – dass ich als … ende

    Die Zusammenstellung der Fragen ist dem Text „Raus aus der Stressfalle“ von Thomas Weil entnommen, der als kostenfreie PDF-Datei unter folgender Adresse bestellt werden kann: https://www.rompc-institut-kassel.de/gratis.html