ÜBER MICH

Mein Zugang zur Gewaltfreien Kommunikation

Andrea Völkel

Ein Bildungsurlaub zur Einführung in die gewaltfreie Kommunikation (kurz GFK) in 2012 beschenkte mich mit einem Schlüsselerlebnis, das ich für mich „das große Willkommen“ genannt habe: Noch nie hatte ich eine solch herzliche Begrüßung in einem Seminar erlebt und in so viel bedingungsfreier Wertschätzung gebadet. Mein erster Gedanke war: „Hier dürfen alle so sein, wie sie sind.“ Ich erlebte, wie Menschen innerhalb kürzester Zeit Vertrauen zueinander fassten und emotional aufblühten.  Damals wusste ich: Davon will ich mehr, und mit dieser Offenheit und Akzeptanz möchte ich auch auf andere Menschen zugehen können.

 

Seither hat mich die Gewaltfreie Kommunikation fasziniert und inspiriert. Sie hat mein Leben bunter und mich selbst spontaner und innerlich freier werden lassen. In meinen Begegnungen mit anderen Menschen erlebe ich, welche Kraft und Lebendigkeit entsteht, wenn ich mit ihnen verbunden und zugleich authentisch bin.

GFK ist nicht nur eine Methode zur Verbesserung der Verständigung. Meine Haltung zu mir selbst und meinen Mitmenschen hat sich ebenfalls nachhaltig verändert: Sie lebt aus der tiefen Überzeugung, dass jeder Mensch auf diesem Planeten gewollt und willkommen ist. GFK weckt mein Bewusstsein dafür, dass wir alle in ein großes Ganzes eingebunden sind.

Es erfüllt mich mit Freude zu entdecken, welche Fülle an Möglichkeiten wir haben, das Leben zu verschönern, indem wir zum Wohlbefinden anderer beitragen oder selbst um etwas bitten.

Gewaltfrei zu kommunizieren bedeutet auch, Selbstklärung (Worum geht es mir eigentlich?) und Selbstannahme (Kann ich mich selbst wertschätzen, so wie ich bin?) zu praktizieren. Je mehr ich mich selbst annehme, desto leichter kann ich mich auf Neues einlassen. Auch auf berufliche und private Herausforderungen reagiere ich gelassener.  Ich streite mich seltener und finde nach einer Auseinandersetzung schneller wieder zu einem konstruktiven Miteinander.

Die Freude an diesem Veränderungspotential der GFK möchte ich mit Ihnen teilen. Ich lade Sie ein zu erforschen, wie Sie einen achtsamen Kontakt zu dem aufbauen,  was in Ihnen und Ihrem Gegenüber lebendig ist, und wie Sie Konflikte konstruktiv lösen.

Mein Zugang zu ROMPC®

Als ich meine Ausbildung in ROMPC® begann, war ich durch die GFK gut darin trainiert, mich selbstverantwortlich um meine Bedürfnisse zu kümmern und auf diese Weise Autonomie und Selbstwirksamkeit in meinem Leben viel Raum zu geben. Was ich dabei aus den Augen verloren hatte, offenbarte sich mir auf kraftvolle Weise in der Auseinandersetzung mit dem Menschenbild und dem Beziehungsverständnis des ROMPC® (s. auch https://www.gewaltfrei-bewegt.de/rompc/): Menschen sind nur in einem Aufeinander-Bezogen-Sein autonom. Wir kommen als beziehungshungrige Wesen auf die Welt und bleiben es ein Leben lang.

Daraus folgt auch: Wir können uns nicht alle Bedürfnisse selbst erfüllen, wir brauchen andere Menschen, die etwas für uns tun, die für uns einstehen und die uns auch begrenzen, wenn wir diese Grenzen selbst nicht finden. Es ist gibt uns innere Sicherheit, Menschen um uns zu haben, die unsere Emotionen liebevoll halten und die uns von außen zusprechen, was uns entlastet, wenn in uns selbst gerade „Land unter“ ist. Wenn wir dieses grundsätzliche Angewiesen-Sein mit Wertschätzung anerkennen und zugleich unsere Wahlfreiheit nutzen, um zu entscheiden, auf wen wir uns einlassen, wem wir uns anvertrauen, dann haben wir einen wichtigen Schlüssel für gelingende Beziehungen in der Hand. Mit Hilfe von ROMPC® können wir wiederentdecken, was uns vielleicht im Laufe unseres Lebens verloren gegangen ist, nämlich die Fähigkeit, auf natürliche und entspannte Weise auf andere Menschen zuzugehen und um das zu bitten, was wir unser Leben bereichert.

Diese Erkenntnisse haben meine Sicht auf zwischenmenschliche Beziehungen, auf Prozesse innerhalb von sozialen Gruppen und auf mich selbst wesentlich bereichert. Ich habe ein vertieftes Verständnis dafür entwickelt, was Menschen brauchen, um sich im Miteinander so wohl zu fühlen, dass sie ihre Potentiale entfalten und einbringen können.

ROMPC® kann persönliche Veränderungsprozesse im oben beschriebenen Sinne anstoßen. Manchmal ist es ein eher stiller Prozess, manchmal ist es, als ob ein Schleier gelüftet wird, der zuvor die klare Sicht verdeckt hat. Dahinter wartet eine große Lust, Neues auszuprobieren und die eigenen Möglichkeiten zu erforschen. Es ist mir eine große Freude, Menschen solche Erfahrungen zu ermöglichen und sie dabei zu begleiten, ihren Stress zu verringern und diejenigen zu werden, die sie sein können.

ROMPC® und GFK haben mittlerweile einen festen Platz in meinem privaten und in meinem beruflichen Leben, und sie ergänzen einander gut. Ich nutze ROMPC® beispielsweise innerhalb der GFK, wenn das Stresslevel zu hoch ist, um eine Verbindung zum Gegenüber aufzubauen. Dann hilft ROMPC®, die Person so weit zu entängstigen und zu beruhigen, dass es ihr möglich wird, ihr Gegenüber wieder als einen Menschen auf Augenhöhe wahrzunehmen und Zugang zu ihrer Empathie-Fähigkeit zu finden. Das gilt sowohl für mich selbst als auch für diejenigen, mit denen ich im Rahmen von Coachings, Übungsgruppen und Seminaren arbeite. Darüber hinaus ist mir ROMPC® eine wichtige Hilfe bei der Begleitung von Menschen, die mit tiefen Emotionen in Kontakt kommen, wie es beispielsweise bei der Auseinandersetzung mit Glaubenssätzen oft geschieht.

VITA

Ich bin 1968 geboren und lebe zusammen mit meinem Mann und unserem Sohn in Wuppertal. Nach meiner Ausbildung zur Grundschullehrerin war ich zunächst im sozialen Bereich tätig. Darauf aufbauend bin ich Diplom-Pädagogin geworden. Nach langjähriger Tätigkeit im Kontext beruflicher Bildung arbeite ich aktuell als Schulsozialarbeiterin an einer Grundschule.

Mein beruflicher Werdegang in Auszügen:

  • Ausbildung zur Grundschullehrerin (2. Staatsexamen 2000)
  • Arbeit im sozialen Bereich (seit 2000)
  • Pädagogik-Studium (Diplom-Pädagogin seit 2007)
  • Weiterbildung in klientenzentrierter Gesprächsführung (GWG-Zertifikat 2006)
  • Weiterbildung in systemischer Beratung
  • diverse Seminare zur Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg (seit 2012), unter anderem:
    – Weiterbildung Konfliktcoaching auf der Basis der Gewaltfreien Kommunikation (Herbert Warmbier 2015)
    – TrainerInnenausbildung (Sabine Fiedel und Esther Gerdts 2018)
  • Zertifizierungskandidatin beim internationalen Dachverband für Gewaltfreie Kommunikation CNVC (https://www.cnvc.org/) (seit 2017)
  • Beginn eigener Seminar-Tätigkeit (2018)
  • ROMPC®-Beraterin und -Coach (2020) –  ROMPC® ist eine beziehungsorientierte Methode zur Stressbewältigung, bei der unter anderem rhythmisches Klopfen auf Meridian-Punkten eingesetzt wird.

Mit der Gewaltfreien Kommunikation kam ich 2012 in Kontakt, seit 2016 beschäftige ich mich intensiv damit. Mit großer Freude setze ich den Prozess fort, Gewaltfreie Kommunikation tiefer in mein Leben zu integrieren und an andere weiterzugeben. Mir liegt besonders die Etablierung von Gewaltfreier Kommunikation im pädagogischen Kontext am Herzen, weil hier wichtige Weichen für persönliche Entwicklung gestellt werden. Seit 2019 ist  ROMPC® als ein weiterer wichtiger Baustein meiner Arbeit hinzugekommen.

Meine berufliche Leidenschaft gilt allem, was mit persönlichem Wachstum, Veränderung und Konfliktlösung zu tun hat. Ich tanze sehr gern und beschäftige mich mit den Gemeinsamkeiten von Tanz (Tango Argentino, Kontaktimprovisation) und Gewaltfreier Kommunikation.